
Erneuerung alter Rasenflächen Viele ältere Rasenflächen sind durch äußere Einflüsse unschön geworden, haben einen hohen Moos- und Unkrautanteil oder auch große Lücken. Hier ist der frühe Herbst der ideale Zeitpunkt zur Erneuerung der Rasenfläche. Dabei kann in folgenden Schritten vorgegangen werden, ohne dass die alte Rasenfläche umgegraben werden muss. Zunächst soll bei der Rasenerneuerung der alte Rasen so stark wie möglich geschwächt werden, damit die neuen Gräser beste Entwicklungschancen haben. Hierzu wird der alte Rasen zunächst in der niedrigsten Schnitteinstellung des Rasenmähers so tief wie möglich herunter gemäht. Dann ist es wichtig das Mähgut restlos zu entfernen. Damit der neue Rasensamen überall Bodenkontakt hat wird anschließend der kurze Rasen mehrmals in Längs- und Querrichtung vertikutiert. Falls die Fläche stark verunkrautet ist, empfiehlt sich der vorherige Einsatz eines flüssigen Unkrautvernichters. Damit werden alle lebenden Gräser und Unkräuter wirksam bekämpft. Allerdings muss eine rasche Nachsaat nach Einsatz des Mittels möglich sein. Bitte beachten Sie bei der Auswahl des Mittels auch die behördlichen Auflagen und Anwendungshinweise sehr genau. Im nächsten Schritt werden nun der Starter-Dünger und das spezielle Rasensaatgut nacheinander gleichmäßig auf der Fläche verteilt - am besten Sie verwenden hierfür einen Streuwagen. Das beste Ergebnis erhalten Sie, indem der Dünger in Längs- und der Samen in Querrichtung ausgebracht werden. Achten Sie dabei auf die richtigen Streuwageneinstellungen. Außerdem vermeiden Sie Streulücken durch Überlappen der Radspuren. Für einen guten Bodenschluss des Saatgutes wird nun Torf oder ein anderes ungedüngtes Substrat gleichmäßig maximal 0,5 cm dick auf die eingesäte Fläche mit dem Rechen verteilt. Gleichzeitig wird so das Saatgut geschützt. Bitte verwenden Sie zur Abdeckung der Saat keinen Rindenhumus, bzw. holz- oder rindenhaltige Erden (Komposterden), da die darin enthaltenen Gerbsäuren die Keimung der Gräser hemmen oder sogar verhindern können. Die Keimung der verschiedenen Rasengräser in einer Mischung verläuft unterschiedlich lang in einem Zeitraum von bis zu vier Wochen. Während dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich erst noch ausbilden. Daher ist in diesen ersten vier Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für das Wachstum. Die obere Bodenschicht muss daher stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen. Bei trockener Witterung muss vier- bis fünfmal täglich für ca. zehn Minuten beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sehen Sie das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem müssen Sie jetzt die Bewässerung kontinuierlich weiterführen. Der erste Schnitt erfolgt bei einer Aufwuchshöhe von 8 bis 10 cm. Da in der Regel noch alte Gräser bei der Rasenerneuerung übrig bleiben, kann dies bereits nach ca. zwei Wochen der Fall sein. Etwa sechs Wochen nach der Rasenerneuerung erfolgt eine Düngung mit einem speziellen Rasenlangzeitdünger. Diese Nährstoffzufuhr ist sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie sich weiter entwickeln, Blattmasse bilden und den Rasen dicht machen. 